Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Das Farbenspektrum der Grünen IT und Nachhaltigkeit

Monday, January 30th, 2012

Bettina Tratz-Ryan, Research VP

Bettina Tratz-Ryan
Research VP

In Deutschland haben wir uns ja die grüne IT gründlich auf die Fahnen geschrieben. An der Menge der Presse Mitteilungen gemessen, mit denen viele Unternehmen und Rechenzentren Grün oder Resourcenschonung propagieren, muss man annehmen, dass IT-ler ein grünes Gewissen haben.

Schaut man aber hinter die Kulissen, wird man gleich feststellen, dass Investitionen in Grüne IT neuerdings nicht mehr in der Prioritätenliste von Entscheidungsträgern auftauchen. Laut einer Gartner Umfrage, die das strategische Investitionsverhalten von Rechenzentren in Deutschland für 2012 untersucht, zeigt sich , dass man sich von dem Trend zu energieeffizienten – “grünen”- Teillösungen in Deutschland ablöst und eher auf Lösungen zusteuert, die auf Standards basieren und IT und Betrieb umfassen. Diese verwalten zusätzlich zu betrieblichen Energiekosten auch noch die gesamte Resourcenführung in der IT und Rechenzentrumlandschaft. Die Möglichkeit der Kalkulation von synergistischen und unternehmensweiten Resourceneinsparungen im Zusammenhang mit steigenden Energiepreisen wird von fast der Hälfte aller Befragten als einflussreicher Faktor in der Rechenzentrenplanung angegeben. Daher kann man davon ausgehen, dass sich der Markt für Einzellösungen der grünen IT kräftig abkühlen wird. Keiner darf an dieser Stelle mehr geschockt sein. Bedeutet dies das “AUS” für Grün?

Eins der wichtigsten Merkmale hier ist die Änderung der Definition “Energiemanagement” im Rechenzentrum. Die Tendenz geht dahin, dass man sich vom grünen Abdruck einer einzelnen Technologie und produktspezifischen Ansätzen wegbewegt, da solche Einzelansätze oft nicht standardisiert sind. Gerade Standardisierung von solchen Berechnungen zum Vergleich der Reduzierungspotentiale ist aber wichtig, damit man nicht nur abteilungsbezogen, sondern unternehmensweit ökologische und betriebswirtschaftliche Ziele vergleichen und verknüpfen kann.

Im Klartext heißt dies, dass die grüne IT in den nächsten Gang schalten wird, vor allem unter den Gesichtspunkten der Energiewende in Deutschland. Energiemanagement als Systemlösung wird ein wichtiger Bestandteil von kostenwirtschaftlicher und nachhaltiger Geschäftsplanung in Deutschland sein. Keiner wird es sich langfristig erlauben können, nachhaltiges Wirtschaften zu umgehen. Das Risiko der Kostenkontrolle, der Verlust von Innovationspotentialen und der Imageschaden würden einfach zu hoch werden.

Und so bleibt die grüne IT – nachhaltig – grün.


Aktueller Research
Auswirkungen durch das Phänomen ‘Big Data’
Der Handy- und Smartphonemarkt im 4. Quartal 2011
Special Report zu ‘Pace-Layered Application Strategy’
Update 2012: Datenschutz in Deutschland

Gartner Analysten in Deutschland
Eine Übersicht unserer deutschsprachigen Analysten

Aktuelles Webinar in deutscher Sprache
Die CIO-Agenda 2012: ‘IT-Frischzellenkur’ für das Unternehmen

Regionale Veranstaltungen
BRIEFING: Consumerization of IT and Its Impact on Enterprise Mobility, London, United Kingdom
BRIEFING: Consumerization of IT and Its Impact on Enterprise Mobility, Dublin, Ireland
Executive Manufacturing Roundtable, Düsseldorf, Germany

Gartner in der Presse
Artikel aus der Region DACH:
Vom VAR zum “Cloud Service Broker” – Gartner: Der Cloud-Hype geht zu Ende
crn.de 17.02.2012
BI in der Cloud – Nicht immer schneller, günstiger, einfacher
COMPUTERWOCHE.de 16.02.2012
Gartner: Apple führt 2011 Smartphone-Markt an
ZDNet.de 15.02.2012
Gartner-Marktprognose – Etikettenschwindel mit SaaS
COMPUTERWOCHE.de 15.02.2012

Europäische Konferenzen
CIO Leadership Forum
Gartner Enterprise Architecture Foundation Seminars – Europe
Gartner Identity and Access Management Summit


Datenschutz abschaffen!

Monday, January 23rd, 2012

Carsten Casper, Research Director

Carsten Casper
Research Director

Politische Plädoyers sind eigentlich nicht Gartner’s Angelegenheit und radikale Thesen auch nicht mein Ding, aber die neue Studie eines Kollegen zum Thema Behavioral Data hat mir doch zu denken gegeben. Da wird eine Zukunft skizziert, in der ein Markt an Daten boomt, die von diversesten Firmen zusammengetragen, verarbeitet, und weitergeleitet werden vor dem Hintergrund zielgerichteten Marketings, erfolgreicher Verbrechensbekämpfung, nationaler Sicherheit, und politischer Willensbildung. Diese Zukunft ist gar nicht so weit entfernt. Im eCommerce haben wir schon heute eine Verflechtung von Marktteilnehmern und Datensammlungen, die dem Durchschnittsbürger kaum klar ist, obwohl er sich schon wundert, warum seine online Tageszeitung ihm neuerdings immer Auto-Anzeigen einblendet. Kann das damit zusammenhängen, dass er letzte Woche das Stichwort “Gebrauchtwagen” gegoogelt hat? Aber woher weiß die Zeitung, dass er französische Autos bevorzugt? Weiß sie es überhaupt?

Der Online-Werbemarkt kennt viele Teilnehmer. Verlage, die Publikationen herausbringen. Anzeigen-Kunden, die Werbung schalten möchten. Vermittler, Suchmaschinen, soziale Netzwerke. Der Ablauf ist dann ungefähr wie folgt. Ein Hersteller möchte den Absatz seines neuen Produktes beflügeln, und dazu Anzeigen schalten. Eine Werbeagentur verspricht, den günstigsten Anzeigen-Preis für den Kunden herauszuholen, und holt Angebote verschiedener Vermittler ein. Diese machen dann Angaben über die möglichen Zielgruppen der von ihnen vermittelten Publikationen, angereichert mit Besucherstatistiken und typischen Suchbegriffen, sowie Angaben über den aktuellen Anzeigenbedarf. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Wenn er stimmt, dann schaltet der Kunde die Anzeige. Das alles bedarf keines Schriftwechsels und keiner mehrwöchigen Verhandlungen. Alles spielt sich im Bruchteil einer Sekunde ab.

Dabei und im Vorfeld werden Unmengen von Daten ausgetauscht. Ein Klick auf den Like-Button eines Artikels ist ein Datum. Eine Suche ist ein Datum. Der Aufruf einer Web-Seite ist ein Datum. Ein Cookie ist ein Datum. Die IP-Adresse ist ein Datum. Die Kennung zu dem Netzwerk, von dem man vergessen hat sich abzumelden ist ein Datum. Wie soll man bei dieser Vielfalt Datenschutz effektiv gestalten? Man kann jetzt natürlich den Like-Button mit zusätzlichem Web-Code umgeben, der mich vorher fragt, ob ich diesen Knopf wirklich drücken will. Man kann auch die Website so umstricken, dass sie mich höflich fragt, ob sie denn mal wieder ein Cookie in meinem Browser platzieren darf. Oder die IT-Infrastruktur so umgestalten, dass ausländische Geheimdienste meine IP-Adresse nicht sehen. Man kann die Daten schützen, aber hilft das wirklich?

Die Angelsachsen haben es da besser, denn sie reden in dem Zusammenhang nicht über Datenschutz sondern über Privacy. Privatsphäre also. Aber welches deutsche Unternehmen hat schon einen Privatsphärenbeauftragten? Deshalb müssen wir Datenschutz zur Seite legen und uns auf Menschenschutz konzentrieren. Die Daten sind weder gut noch böse, und wir können nicht durch’s Leben gehen, ohne Datenspuren zu hinterlassen. Lassen wir Unternehmen doch alle Daten sammeln, und konzentrieren wir uns darauf, dass sie damit keinen Unfug anstellen. Dazu ein paar Beispiele. Wir wollen keine Werbeflut, also bestrafen wir denjenigen, der uns unerlaubt Email-Werbung zusendet. Am Hausbriefkasten klappt das ja auch, selbst wenn der Zusteller Ausländer ist. Wir wollen nicht bestohlen werden, also bestrafen wir denjenigen, der nachlässig mit Kontodaten umgeht, wegen Beihilfe zum Diebstahl. Wir wollen nicht wegen einer lapidaren Krankheit, die dem Arbeitgeber durch eine Indiskretion im sozialen Netzwerk bekanntgeworden ist, unseren Job verlieren, also klagen wir wegen Diskriminierung auf Wiedereinstellung. Jeder Fall ist natürlich wegdiskutierbar. Und manches Problem, durch zu offenen Umgang mit Daten entstanden, ist unglaublich komplex. Wenn wir den Überwachungsstaat verhindern wollen, dann müssen wir die Demokratie stärken, in Bildung investieren, Benachteiligte fördern und Extreme auffangen. Den Deckel weiterhin auf die Daten-Flasche zu pressen scheint zwar im Moment einfacher, aber die Flasche ist längst geborsten und der Geist entwichen.

Diese Einsicht ist auch für Unternehmen wichtig. Die Einhaltung von Datenschutzregeln ist zweitrangig, wichtiger ist der sorgfältige Umgang mit den Menschen, deren Daten man erhalten – oder eingesammelt – hat. Den überforderten Datenschutzbehörden wird man leicht entkommen – der Macht des Marktes nicht so leicht.


Aktueller Research
‘IT Metrics’: Kennzahlen zu aktuellen IT-Ausgaben
Offshore-Standorte im Vergleich
Analytics zu wenig nach Geschäftstreibern ausgerichtet

Gartner Analysten in Deutschland
Eine Übersicht unserer deutschsprachigen Analysten

Aktuelles Webinar in deutscher Sprache
Die CIO-Agenda 2012: ‘IT-Frischzellenkur’ für das Unternehmen

Regionale Veranstaltungen
BRIEFING: What Consumers Want – Gartner Insight on the Consumer IT Market, Paris, France
BRIEFING: Consumerization of IT and Its Impact on Enterprise Mobility, Stockholm, Sweden
BRIEFING: Consumerization of IT and Its Impact on Enterprise Mobility, Charlottehaven, Denmark

Gartner in der Presse
Artikel aus der Region DACH:
Was Shared Services für ECM bringen – 5 Ratschläge für die ECM-Strategie
COMPUTERWOCHE.de 25.01.2012
Gartner: Apple steigt 2011 zum größten Halbleiterkäufer auf
ZDNet.de 25.01.2012
Datenschutz abschaffen!
silicon.de 24.01.2012
Gartner: Ranking der CIO-Prioritäten – Der Social Media-Hype ist vorbei
CIO 24.01.2012

Europäische Konferenzen
Gartner Business Intelligence Summit
Master Data Management Summit
CIO Leadership Forum


Vier Mega-Trends – und was Sie davon in Ihrem ERP-System finden können

Monday, January 16th, 2012

Christian Hestermann, Research Director

Christian Hestermann
Research Director

Für alle, die nicht im Alpen-Schnee feststecken, sieht der Winter im Moment mehr nach Herbst aus, und so sei ein kurzer Rückblick auf Gartners Herbstkonferenzen erlaubt. Auf den sogenannten Symposien wurden vier “Mega-Trends” vorgestellt: strategische Bedeutung von Informationen, sowie die allgegenwärtigen Hype-Themen “mobile”, “cloud” und “social”. So stellt sich am Anfang eines neuen Jahres die Frage, was diese Mega-Trends mit den allseits beliebten ERP-Systemen zu tun haben.

Die Bedeutung von ERP-Systemen zur Erfassung und Verwertung von Informationen ist nichts Neues. Allerdings haben sie sich allzu lange als wahre Datengräber erwiesen: jede Menge Daten flossen hinein, aber kaum Informationen kamen zurück. Eine Änderung brachten erst aufwendige Business Intelligence-Umgebungen, die allerdings für viele Nutzer unzugänglich waren. Jetzt endlich wird das Visualisieren von Informationen im Kontext von Geschäftstransaktionen auf demselben ERP-Bildschirm zum Standard; selbst altgediente Systeme bieten dazu erstaunlich komfortable und aussagekräftige Zusatzinformationen zum jeweils bearbeiteten Geschäftsvorgang (Kunde, Auftrag, Produkt, Lieferung etc.) an. Nicht nur schick, sondern sogar nützlich.

Zum Thema “cloud-ERP” habe ich im Dezember an dieser Stelle schon darauf hingewiesen, daß es sich dabei oft lediglich um alten Wein in noch älteren Schläuchen handelt (siehe “Cloud ERP – alter Wein, alte Schläuche, neu etikettiert“).

Beim mobilen Zugriff auf ERP-Systeme tut sich einiges mehr. Selbst kleinere Anbieter und ältere Systeme bieten dabei eine Vielfalt von Zugangsmöglichkeiten, aus denen man je nach Anwendungsfall bereits die Qual der Wahl hat: Vom vollständigen, oft browser-basierten Zugriff bis zu kleinen “Apps”, die genau auf eine Aktivität (z.B. die Erfassung eines Reisekostenbelegs inkl. Photo des Belegs etc.) zugeschnitten sind. Auch für die gezielte Darstellung von Auswertungen und Informationen (siehe oben) etc. gibt es geschmeidige mobile Lösungen. Eine größere Aufgabe als die Auswahl der richtigen Infrastruktur ist allerdings der Entwurf von neuen Geschäftsprozessen, die sich die Macht des mobilen Zugriffs von überall und unterwegs zunutze machen (siehe “Using the Hype Around iPads and Tablets to Make ERP More User-Centric“).

“Sozial” sind ERP-Systeme bisher eher weniger. In anderen Bereichen, etwa dem Marketing, ist das Nutzen von Internet-Foren etc. einfach naheliegender. Nichtsdestoweniger arbeiten ERP-Nutzer ständig mit anderen Menschen zusammen, innerhalb wie außerhalb ihres eigenen Unternehmens. Die direkte Einbindung von email, Telephon und Instant Messaging-Plattformen kann die Kontaktaufnahme und Kommunikation erleichtern, insbesondere wenn es – zum Beispiel unterwegs – mal wieder schnell gehen muss. Wesentlich komplexer sind Kooperationsinfrastrukturen wie z.B. Einkaufsportale, auf denen gezielt Ausschreibungen veröffentlicht und die Angebote potentieller Lieferanten bearbeitet werden können. Auch nichts revolutionär neues, doch heute einfacher aufzubauen und zu nutzen als in der Vergangenheit.

Das Besondere sind allerdings nicht diese einzelnen Themen an sich, die vielfach – vielleicht mit Ausnahme von “social” im Bereich der privaten “sozialen” Plattformen – nichts völlig Neues darstellen. Vielmehr liegt der Pfiff oftmals im Zusammenwirken dieser Trends. Ein denkbares Szenario könnte ein Regionalleiter im Vertrieb sein, der unterwegs – etwa beim Betreten einer seiner Filialen – alle Informationen auf Knopfdruck bereit hat und spontan einen weiteren Filialleiter oder jemanden im Innendienst so dazuschalten kann, daß sich aus dem Besuch und der solide informierten Interaktion ein “moment of truth” entwickeln kann (siehe “Predicts 2012: The Business Application and ERP Markets Are Changing Rapidly“).

In diesem Sinne: Happy new trendy ERP 2012!


Aktueller Research
Die guten Vorsätze der CIOs für 2012
Magic Quadrant: Mobilfunk-Anbieter in Westeuropa

Gartner Analysten in Deutschland
Eine Übersicht unserer deutschsprachigen Analysten

Gartner in der Presse
Artikel aus der Region DACH:
Gartner-Tipps für CIOs: In 12 Schritten zum Social-Media-Erfolg
COMPUTERWELT 15.01.2012
Gartner über Denkfehler der CIOs – 10 Unwahrheiten über Stammdaten-Management
COMPUTERWOCHE.de 13.01.2012
PC-Absatz: Lenovo steigt zum PC-Bauer Nummer zwei auf
Financial Times Deutschland 12.01.2012
Gartner-Prognose: Markt für Stammdaten-Software auf Höhenflug
COMPUTERWOCHE.de 12.01.2012

Europäische Konferenzen
Gartner Business Intelligence Summit
Master Data Management Summit
CIO Leadership Forum


Das Spiel kann beginnen

Monday, December 12th, 2011

Carsten Casper, Research Director

Carsten Casper
Research Director

Sie haben gedacht, in den letzten Monaten und Jahren wäre viel über Datenschutz geredet worden? So kann man sich täuschen. Wir stehen gerade erst am Anfang.

Zum europäischen – und insbesondere zum deutschen – Datenschutz gibt es viele Kritikpunkte, diverse Unmutsäußerungen, und vor allem Fragezeichen. “Zu unternehmensfreundlich” sagen die einen, “betriebsbehindernd” sagen die anderen, und viele gut gemeinte Ratschläge kommen, wie man denn alles besser machen könnte. Seit letzter Woche liegt der Vorschlag der EU Kommission auf dem Tisch, und er enthält genügend Zündstoff, um die Diskussion auf Jahre zu befeuern.

Um mal eine persönliche Note voranzustellen: meiner Meinung nach ist der Vorschlag genial. Okay, er wird so nicht durchkommen, aber er hat alles was der Datenschutz verdient: Weitblick, Unabhängigkeit, Konsistenz, Führungscharakter, Flexibilität. Aber der Reihe nach…

  • ● Es ist eine Verordnung, keine Richtlinie wie bisher. Eine Verordnung gilt unmittelbar, muss nicht erst in nationales Recht umgesetzt werden. Vielen Mitgliedsländern wird das nicht schmecken.
  • ● Die Verordnung baut in weiten Teilen auf der alten Richtlinie 1995/46/EC auf. Auch bei internationalen Datentransfers greift die neue Verordnung auf Bewährtes zurück, macht aus bisherigen Leitlinien nun Gesetzestext. Kritiker werden das als Ballast bezeichnen.
  • ● Sie führt mit Leichtigkeit (d.h. mit wenigen Worten) innovative Datenschutzkonzepte ein, zum Beispiel Minimierung der Datenhaltung, Rechenschaftspflicht, gemeinsame Halterverantwortung, und vieles mehr. Man wird dem Entwurf vorwerfen, bei einigen dieser neuen Themen nicht präzise genug zu sein.
  • ● Die Pflicht zur Bestellung eines Datenschutzverantwortlichen wird europaweit vereinheitlicht. Die Deutschen werden bemängeln, dass die Pflicht meist erst ab 250 Mitarbeitern gilt, die bisherige Regelung also aufgeweicht wird.
  • ● Datenschutzverletzungen müssen mitgeteilt werden, sowohl an Aufsichtsbehörden, als auch an Betroffene, unter Umständen bereits innerhalb von 24 Stunden. Dass Unternehmen dagegen Sturm laufen werden, ist absehbar.
  • Binding Corporate Rules (BCRs) werden gestärkt. Viviane Reding, die verantwortliche EU Kommissarin, hat das auf dem IAPP Datenschutz-Kongress im November sehr ausführlich dargelegt. Hier steckt der Teufel im Detail, da die bisherigen Erfahrungen mit BCRs mäßig sind, andererseits die Erwartungen an eine Neufassung zu hoch gesteckt werden könnten, zum Beispiel was die Ausdehnung auf Auftragsdatenverarbeiter anbelangt.
  • ● Die neue Verordnung legt sich ziemlich deutlich mit den USA an, indem sie Datentransfers an ausländische Behörden explizit verbietet (Stichwort: Patriot Act). Damit provoziert der Entwurf nicht nur Widerstand der EU Mitgliedstaaten und der Industrie, sondern auch den Unmut des transatlantischen Partners.
  • ● Die Verordnung führt das European Data Protection Board ein, vereinfacht gesagt eigentlich nur eine Umbenennung der Artikel 29 Arbeitsgruppe der europäischen Datenschützer. Es ließe sich aber auch darstellen, dass die Kommission weitere Kompetenzen auf EU-Ebene zusammenzieht.
  • ● Natürlich führt das neue Gesetz auch drakonische Strafen ein. Die Liste möglicher Verstöße ist lang, und bietet guten Nährboden für Spekulationen. Wer möchte schon dafür, dass er personenbezogene Daten ohne Rechtsgrundlage verarbeitet hat, €100.000 Strafe zahlen? Wir reden hier über die Minimalstrafe, nicht die Maximalstrafe. Am oberen Ende der Skala befindet sich die erschreckende Strafe von “5% des weltweiten jährlichen Umsatzes”. Da werden auch Internet-Größen hellhörig, die sämtliche bisherigen Strafen aus der Portokasse bezahlt haben.
  • ● Dazu kommen dann noch eine Reihe politischer und administrativer Neuerungen, deren detaillierte Diskussion hier zu weit führen würde: bessere internationale Zusammenarbeit der europäischen Datenschutzbehörden; Möglichkeit für die Mitgliedsländer, in einigen Bereichen zusätzliche Gesetze zu erlassen (zum Beispiel bei Gesundheitsdaten und im Arbeitnehmerdatenschutz); Verankerung des Datenschutzes im Vertrag von Lissabon.

Das Ganze ist kein Flickenteppich, es liest sich flüssig, und ist nicht nur in sich selbst konsistent, sondern auch verzahnt mit anderen gesetzlichen Regelungen und Standards. Trotzdem wird es in der gegenwärtigen Form den Gesetzgebungsprozess nicht überstehen, und das ist schade, vor allem für Unternehmen. Sie wünschen sich eine verlässliche, international akzeptierte Gesetzesgrundlage, die auch neue Technologien berücksichtigt, ohne dabei technische Details vorzuschreiben. Abgesehen von den exorbitanten Strafen hält die geplante Verordnung eine Menge Gutes für den privaten Sektor bereit. Natürlich, je nach Land, Industriesektor und Größe findet jedes Unternehmen einen Grund, auf die Barrikaden zu gehen. Sie sollten es besser nicht tun, sondern stattdessen dem Entwurf nach Möglichkeit den Rücken stärken. Die politische Diskussion wird dem Vorschlag ohnehin stark zusetzen. Sollte es nicht gelingen, diese EU-Verordnung ohne massive Einschränkungen bald umzusetzen, so bleibt uns die gegenwärtige, unbefriedigende Regelung noch viel zu lange erhalten. Im schlimmsten Fall aber werden wir eine neue, Regelung erhalten, die einfach nur anders unbefriedigend ist.

Unternehmen, die an gutem Datenschutz ernsthaft interessiert sind, weil sie loyale Mitarbeiter und Kunden zu schätzen wissen, sollten sich mit der neuen Verordnung umgehend auseinandersetzen und dabei eine positive Grundhaltung einnehmen. Für alle anderen heißt es: nehmen Sie Platz, am besten nicht in der ersten Reihe, holen Sie sich eine Tüte Popcorn, lehnen Sie sich gemütlich zurück und lassen Sie das Spektakel beginnen.


Aktueller Research
Die guten Vorsätze der CIOs für 2012
Magic Quadrant: Mobilfunk-Anbieter in Westeuropa

Gartner Analysten in Deutschland
Eine Übersicht unserer deutschsprachigen Analysten

Gartner in der Presse
Artikel aus der Region DACH:
Gartner über Denkfehler der CIOs – 10 Unwahrheiten über Stammdaten-Management
COMPUTERWOCHE.de 13.01.2012
PC-Absatz: Lenovo steigt zum PC-Bauer Nummer zwei auf
Financial Times Deutschland 12.01.2012
Gartner-Prognose: Markt für Stammdaten-Software auf Höhenflug
COMPUTERWOCHE.de 12.01.2012
Marktforscher: Schuldenkrise dämpft PC-Kauflaune
COMPUTERWELT 12.01.2012

Europäische Konferenzen
Gartner Business Intelligence Summit
Master Data Management Summit
CIO Leadership Forum


Cloud ERP – allzu oft noch weniger als alter Wein in neuen Schläuchen

Monday, December 5th, 2011

Christian Hestermann, Research Director

Christian Hestermann
Research Director

Landauf landab gibt es in diesen Tagen Glühwein, auf Weihnachtsmärkten wie auf ebensolchen Feiern. Die Zutaten sind bewährt, und die Kopfschmerzen nach allzu üppigem Genuss sind wohlbekannt.

Ähnlich wohlbekannt scheinen die Zutaten zum neuesten Hype in der ERP-Welt, zum sogenannten “Cloud ERP”. Zwar tun sich selbst die meisten Experten schwer damit, den Begriff “Cloud” überhaupt sauber zu definieren. Gartner hat genau fünf Zutaten aufgelistet: a) service-basiert, d.h. die Anforderungen der Kunden sind durch eine Service-Schicht von den Nöten der Anbieter separiert; b) skalierbar und elastisch, d.h. je nach Bedarf stehen mehr oder mehr weniger Ressourcen zur Verfügung; c) geteilte Ressourcen, d.h. bestimmte Ressourcen werden gemeinsam von allen benutzt; d) tatsächlicher Verbrauch wird gemessen, und idealerweise wird z.B. durch flexible Lizenzmodelle auch nach echtem Verbrauch abgerechnet; und e) Internet-basiert, d.h. der Zugriff erfolgt über allgemein zugängliche Technologien (s. Hype Cycle for ERP, 2011).

Schaut man sich nun die Angebote vieler ERP-Hersteller an, so erfüllen die meisten nur einen Teil dieser Anforderungen. Allzu oft verbirgt sich hinter vollmundigen Angeboten von “Cloud ERP” wenig anderes als klassische Hosting-Modelle, evtl. angereichert durch ein paar technische Dienstleistungen wie Backup oder Administration kleinerer Fehlerbehebungen, und evtl. ein auf Subskriptionen statt auf traditionellen Lizenzen basierendes Bezahlmodell. Von Elastizität (unmittelbarer Zuwachs an Performanz sobald nötig, ohne langwieriges und teures Nachfüllen) oder Abrechnung des tatsächlichen Verbrauchs (nur das bezahlen, was man auch konsumiert hat; bei jedem Glühwein so üblich) oft keine Spur; und die geteilten Ressourcen sind minimal (ok, man teilt auch nicht seinen Becher mit jedem anderen Besucher). Übrigens, die sog. multi-tenancy, d.h. das gemeinsame Benutzen der eigentlichen Geschäftslogik und der Software, ist keine unbedingt notwendige Zutat!

Es lohnt sich, vor einem tiefen Schluck aus der Pulle mal genau zu schauen, was denn wirklich drin ist. Allerdings benötigt das auch einiges an interner Aufklärungsarbeit, denn allzu gerne lassen sich z.B. Fachabteilungen von Ohrenbläsern zu dem Irrglauben verführen, dass hier ein ganz neuer Genuss ohne Nebenwirkungen lockt. Dabei merkt man schnell, dass die Einführung eines “Cloud ERP”-Systems genauso viel Mühe kostet wie die eines traditionellen Systems (s. SaaS ERP Only Reduces Part of the Effort Needed to Implement and Operate Your ERP).

In vielen Fällen ist “Cloud ERP” tatsächlich weniger als alter Wein in neuen Schläuchen: Selbst die Schläuche sind alt, nur das Etikett wurde neu gemalt. Prost!


Aktueller Research
Trends im Social Business
Ein App Store-Ansatz für den Support mobiler Geräte
‘Predicts 2012′: Datenschutz in Bewegung

Gartner Analysten in Deutschland
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Nun doch – mobile Business Intelligence

Europäische Konferenzen
Gartner Business Intelligence Summit


5 Initiativen für besseres Outsourcing

Monday, November 21st, 2011

Frank Ridder, Research VP

Frank Ridder
Research VP

Um neue Erkenntnisse zu gewinnen, verbindet man häufig zwei Fakten miteinander. Da wäre zum einen die Größe des IT Outsourcing Marktes in Europa: Etwas mehr als 55 Milliarden Euro und wachsend. Zum anderen ist da der Outsourcing Reifegrad: In einer Gartner Umfrage geben 18% aller befragten an, in Sachen Outsourcing Management Anfänger zu sein, nur 9% sehen sich als Experte.

Erschreckend: 55 Milliarden Euro werden von 18% Anfängern gemanaged.

Das ist doch normal kann man meinen, schaut man auf die Bankenkrise und die Dinge die dort mitunter passieren. Fakt ist, dass mehr als 65% aller outsourcenden Unternehmen den Wertbeitrag von Outsourcing verbessern möchten, aber nicht wissen wie. Die Erwartungen sind hoch: Weniger Kosten, mehr Innovation, mehr Flexibilität, mehr Agilität oder höhere Qualität. Gibt es ein Erfolgsrezept? Erfahrung, ein gesundes Maß an Detailverständnis, Sorgfalt, die Auswahl des richtigen Dienstleisters etc. sind nur einige der notwendigen Zutaten. Ich habe 5 Initiativen zusammengetragen, die Unternehmen helfen, Ihre Outsourcing Partnerschaften erfolgreicher zu machen:

  • 1. Bauen sie eine Sourcing Governance auf: Nur wenn die Nachfrageseite eng mit der Angebotsseite zusammenarbeitet funktioniert Outsourcing problemlos. Wie soll z.B. ein Dienstleister innovative Ideen entwickeln, wenn er keinen Zugang zu den Geschäftsproblemen des Kunden hat?
  • 2. Managen sie ihre Sourcing Strategie und ihre Outsourcing Risiken: Der Markt verändert sich schnell. Fast monatlich gibt es neue Lösungen. Es ist daher wichtig permanent zu überprüfen, ob der gewählte Sourcing-Mix noch der richtige ist. Es ist aber auch wichtig einen Überblick über die Outsourcing Risiken zu haben, denn viele neue Lösungen bringen auch neuartige Risiken mit sich.
  • 3. Verbessern sie ihre Outsourcing Kompetenz: Es ist ein langer Weg vom Anfänger zum Meister. Oft bedeutet das Investitionen in Mitarbeiter, Technologie und Prozesse. Aber häufig gibt es auch sogenannte Quick-Wins. Speziell im Bereich Risikomanagement und Beziehungsmanagement.
  • 4. Verbessern sie ihre Outsourcing Metriken: Viele Unternehmen wissen nicht was sie wissen wollen und haben Metriken die nicht dabei helfen die Leistungen der Dienstleister zu beurteilen. Verknüpfen sie Business und IT Metriken miteinander.
  • 5. Erstellen sie eine nahtlose Sicht auf Ihre Dienstleistungen: Viele Unternehmen arbeiten mit mehreren Dienstleistern zusammen. Es ist dann schwierig eine nahtlose Sicht auf die Dienstleistung zu haben, die an die Geschäftseinheiten abgeliefert wird. “Operating Level Agreements” helfen dabei, die Schnittstellen zwischen den einzelnen Dienstleistern zu beschreiben und deren Zusammenarbeit zu regeln.

Experte wird man sicherlich nicht über Nacht und Verbesserungen kosten nicht nur Zeit. Aber der Aufwand lohnt sich – Also – worauf warten Sie noch?


Aktueller Research
Trends im Social Business
Ein App Store-Ansatz für den Support mobiler Geräte
‘Predicts 2012′: Datenschutz in Bewegung

Gartner Analysten in Deutschland
Eine Übersicht unserer deutschsprachigen Analysten

Aktuelles Webinar in deutscher Sprache
Nun doch – mobile Business Intelligence

Regionale Veranstaltungen
BRIEFING: Getting Real Value from Social Media: Converting Engagement and Insights Into Competitive Advantage (London, United Kingdom)

Europäische Konferenzen
Gartner Business Intelligence Summit


Bring Your Own in Client Computing – An ultra hot topic!

Thursday, November 17th, 2011

Leif-Olof Wallin, Research VP

Leif-Olof Wallin
Research VP

I’m just back from our annual European Symposium/ITxpo in Barcelona. We had a record attendance this year and the majority of my 1-on-1 conversations with clients (when not on stage presenting on the subject) was around how to manage BYOD (Bring Your Own Device). This is very consistent with the phone calls I get when not traveling. The BYOD phenomenon, fueled by the “über trend” – Consumerization of IT – that I discussed in my last Highlight, is just growing in magnitude. The research note I told you I was working on last time was published on October 20. The foundation of a solid BYOD plan is to enter into a contract with the employee which manifests the fact that the user is giving up some level of control over their personal device in exchange for access to corporate resources like networking or email. This means that it must be crystal clear to the user that they’re solely responsible for backing up any personal content, that the device in case of compromise, lost or stolen, may be wiped by corporate IT and finally that the device will have to be handed over on request for e-discovery purposes in the unlikely event the company has to engage in such an effort. A policy like this needs to cover aspects like:

  • ● Eligibility
  • ● Device selection
  • ● Ownership, use, reimbursement and notification if lost
  • ● Access to corporate resources/applications
  • ● Tools

For more information, please have a look at the spotlight note and the referenced notes.


Aktueller Research
Die Zukunft von ‘Gamification’
Consumerisation und das Management mobiler Geräte
Enterprise Architecture im Jahr 2020
Interview: CIOs, Vorstände und das Risikomanagement

Gartner Analysten in Deutschland
Eine Übersicht unserer deutschsprachigen Analysten

Aktuelles Webinar in deutscher Sprache
Nun doch – mobile Business Intelligence

Regionale Veranstaltungen
BRIEFING: Fundamental Supply Chain Practices and Process Capabilities for Efficiency, Agility and Innovation (Frankfurt, Germany)
BRIEFING: Getting Real Value from Social Media: Converting Engagement and Insights Into Competitive Advantage (London, United Kingdom)

Europäische Konferenzen
Gartner Data Center & IT Operations Summit
Gartner Business Intelligence Summit


Vertrauen kommt von trauen

Tuesday, November 1st, 2011

Carsten Casper, Research Director

Carsten Casper
Research Director

Wir leben in turbulenten Zeiten. Im Zentrum stehen Finanzwelt und Politik. Beide haben viel Vertrauen verspielt. Der IT kann’s nicht egal sein, weil das Unwetter nicht über ihren Köpfen vorüberzieht, sondern mit voller Wucht auf sie niederprasselt.

Beispiel eins: Weil allerorten das Budget knapp ist, sucht die IT nach Skaleneffekten. Hebelwirkung sozusagen. Einmal einen Vertrag abschließen und dann mehrfach nach Bedarf nachkaufen. Ich will aufs Cloud Computing hinaus. Das gefällt der Finanzwelt ganz gut, denn da kann man augenscheinlich schön sparen. Das gefällt der Politik aber gar nicht, denn da verliert das Land zu viel Kontrolle und deswegen will am liebsten jede Nation ihre eigene Cloud. Was dem Grundkonzept “eine für alles” irgendwie zuwiderläuft. Konkret regt sich ganz Europa über den US Patriot Act auf, und darüber, dass die Amerikaner damit klammheimlich auf alles Zugriff haben, was in den typischerweise US-Clouds gespeichert wird. Man traut den Amis halt nicht.

Beispiel zwei: Auch die heimische Politik hat sich jüngst nicht mit Ruhm bekleckert, was den Zugriff auf anderer Leute Daten angeht. Was Insider sich eigentlich schon immer gedacht haben, kam nun ans Licht: Der Bundestrojaner wird häufiger eingesetzt als geplant, für viel banalere Sachen als die Bekämpfung des internationalen Terrorismus, und ist zudem noch schlampig programmiert. Patriot Act gegen Bundestrojaner eins-zu-eins unentschieden. Den Bundesbehörden können wir also auch nicht so richtig trauen.

Beispiel drei: Advanced Persistent Threats (APTs). Stuxnet ist ja originär auch irgendwie ein öffentliches Problem. Staatlich sanktionierte Sabotage wird vermutet. Ob das beim jüngst aufgetretenen Duqu Trojaner auch der Fall ist, darf bezweifelt werden, aber einige Code-Teile sind denen von Stuxnet zumindest ähnlich. Vieles am Duqu Trojaner ist noch unklar, und Unwissenheit schürt zunächst einmal natürlich auch wieder Misstrauen.

Arme IT. Kein Geld, und ständig im Clinch mit der Politik. Deshalb an dieser Stelle der Appell: Mut zum Risiko. Die Regierungen haben es dieser Tage vorgemacht: Der Kanzlerin war die Rettung des Euros wichtiger als die Rettung der Koalition. Im Ergebnis erlässt Europa Griechenland 50% der Schulden und stemmt 1 Billion Euro (1,4 Trillionen USD!). Das Risiko ist erheblich, aber der politische Gewinn ist es ebenso. Das kann die IT auch. Alte Infrastrukturen hinter sich lassen, die nur noch als Ballast wirken. Applikationen in Rente schicken (siehe Highlight der letzten Woche). Und sich stattdessen einlassen auf neue Technologien, auch wenn der sicherheitsbewusste Deutsche dabei erhebliches Bauchgrummeln hat. Kundenpflege über soziale Netzwerke betreiben, Mitarbeiter Smart-Phones und Tablets an die Unternehmens-IT anschließen, und allem voran natürlich: Cloud Technologien nutzen, auch wenn die Daten möglicherweise in die USA wandern. Ein bisschen kann man den USA schon vertrauen. Man muss sich halt nur trauen.


Aktueller Research
Die Zukunft von ‘Gamification’
Consumerisation und das Management mobiler Geräte
Enterprise Architecture im Jahr 2020
Interview: CIOs, Vorstände und das Risikomanagement

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Lohnt sich Benchmarking? – Einsparungs- und Optimierungspotentiale

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BRIEFING: Fundamental Supply Chain Practices and Process Capabilities for Efficiency, Agility and Innovation (Amsterdam, Netherlands)
BRIEFING: Fundamental Supply Chain Practices and Process Capabilities for Efficiency, Agility and Innovation (Egham, United Kingdom)
BRIEFING: Fundamental Supply Chain Practices and Process Capabilities for Efficiency, Agility and Innovation (Frankfurt, Germany)

Europäische Konferenzen
Gartner Data Center & IT Operations Summit
Gartner Business Intelligence Summit


Chief Retirement Officer – eine unbeliebte aber sinnvolle Rolle

Monday, October 24th, 2011

Christian Hestermann, Research Director

Christian Hestermann
Research Director

“Aufräumen ist doof!” meint nicht nur mein Sohn. Und so sieht denn sein Zimmer ab und zu auch aus.

Viele Landschaften von Geschäftsapplikationen, die man als Analyst so zu sehen bekommt, scheinen von einer ähnlichen Einstellung geprägt zu sein. Auch wenn die Lage hier natürlich etwas komplizierter ist, ist ein Grundproblem doch ähnlich: welchen Nutzen soll eine langwierige Aufräumaktion schon haben, wenn sich die Gesamtaufgabenstellung nicht ändert und hinterher dieselben Sachen im Regal liegen wie vorher?

In beiden Fällen ist der Nutzen eher versteckt und nur langfristig zu erkennen. Im Zimmer geht es zum Beispiel darum, Dinge wieder zu finden, was wesentlich aufwendiger ist, wenn alles durcheinander liegt. Bei Applikationen geht es eher um die Ressourcen, die sie unweigerlich konsumieren; und beim Schreckensthema “Anpassungen” (oder neudeutsch “Customizations”) auch darum, daß die angepassten Applikationen nur weit schwieriger und aufwändiger zu betreiben und weiterzuentwickeln sind, etwa durch sog. “Feature Packs” oder gar einen Upgrade auf eine neuere Version.

Dummerweise wird das Wegräumen von Anwendungen oder Anpassungen nicht als attraktiver Job angesehen. (Eine weitere Parallele!) Wie viel mehr kann man sich mit der Einführung einer neuen Anwendung brüsten, und wie gut schmeckt das Lob der Anwender für eine gelungene Anpassung!

Also muß jemand her, dessen Rolle das Aufräumen ist und der v.a. an dem Grad an Aufgeräumtheit der gesamten Landschaft gemessen wird. (Schwierig auch das: wie zählt man Bauklötze, die nicht mehr auf dem Boden rumliegen; wie misst man die Abwesenheit von sogenanntem Chaos? Stoff für endlose Diskussionen…) Ich schlage daher den CRO (“Chief Retirement Officer”) vor, der sich zuerst um das Aufspüren von nicht mehr dringend benötigten Applikationen oder Anpassungen und dann um ihre ordnungsgemäße Entsorgung kümmert. Schon das Aufspüren kann spannend sein, denn meist fehlen ausreichende Dokumentationen, die darüber Auskunft geben, vor welchem Hintergrund und mit welchen Begründungen eine bestimmte Anwendung eingeführt oder eine Anpassung gebaut wurde.

Als Hilfsmittel für das Aufräumen gibt es von Gartner die TIME-Methode. Sie sortiert Anwendungen, Anpassungen, aber etwa auch Geschäftsaktivitäten in vier Körbe, nach zwei Kriterien (ja, mal wieder ein Gartner-Quadrant): technische Qualität und geschäftsseitiger Nutzen. “Bauklötze” mit geringer technischer Qualität und ohne größeren Nutzen werden entsorgt (“eliminate”). Solche ohne Nutzen, aber mit hoher technischer Qualität werden toleriert (“tolerate”; höchstens kann man denjenigen zur Rechenschaft ziehen, der dem nutzlosen Klotz eine gute technische Qualität beschert hat). Bausteine mit hohem Nutzen, aber geringer technischer Qualität bergen das größte Risiko; sie müssen auf eine bessere Grundlage migriert (“migrate”) werden. Hoffentlich bleiben dann nur noch solche mit hohem Nutzen und bester technischer Qualität übrig; in sie wird weiter investiert (“invest”). Voilà: Tolerieren, Investieren, Migrieren, und Eliminieren, fertig ist der Besen zum Durchfegen (vgl. Application Portfolio Triage: TIME for APM).

Jetzt muß man nur noch anfangen, und auch das fällt manchmal schwer: “Komm schon, je schneller wir anfangen, um so eher sind wir fertig und haben Zeit zum Spielen!” Ja ja…


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Vorsicht und Sorgfalt – 2 wichtige Prinzipien für den Umgang mit der Cloud

Friday, October 7th, 2011

Frank Ridder, Research VP

Frank Ridder
Research VP

Ich komme gerade von der Gartner Outsourcing und IT Services Konferenz in London zurück. Das Thema Cloud wurde auch hier intensiv von verschiedenen Seiten beleuchtet. Ich selber habe einen Praxis-Workshop zum Thema Cloud Verträge durchgeführt und dabei einige interessante Daten sammeln können.

Die meisten Teilnehmer des Workshops (66%) haben schon Erfahrung mit Cloud Dienstleistungen gesammelt – 47% mit “Private Cloud”, 27% mit “Public Cloud” und 26% in einem Hybrid aus beiden Modellen. Dabei fokussieren die Unternehmen auf SaaS (40%) und IaaS (20%) Dienstleistungen. Grundsätzlich wünschten sich die Teilnehmer ein umfangreicheres Cloud Angebot. Auf die Frage “Wie zufrieden sind sie mit der Anzahl der Angebote in der Cloud? (Skala von 1-10)” war der Durchschnitt 4,69, (IaaS hatte dabei mit 5,67 den höchsten Wert).

In der Diskussion stellte sich heraus dass es im Wesentlichen drei Gründe waren, warum die Unternehmen die Cloud als Option evaluiert haben:

  • Preis: Dabei geht es nicht nur um die Höhe der Kosten, sondern auch die Investitionskosten, die in der Cloud komplett beim Anbieter liegen.
  • Flexibilität: Bei diesem Punkt geht es hauptsächlich um die Möglichkeit nach oben und nach unten zu skalieren. Nicht nur technisch, sondern auch (in Verbindung mit dem ersten Punkt, Kosten) um mit dem Konsumverhalten die monatliche Rechnung zu steuern.
  • Agilität: Die Unternehmen erhofften sich mit den Dienstleistungen in der Cloud eine schnellere Time-To-Solution.

Aber es wurden im Vorfeld auch Probleme diskutiert:

  • Security: Dieser Punkt war für 100% der Teilnehmer ein Problem. Im speziellen die Angst vor Datenverlust oder Datenklau.
  • Qualität: In diesem Punkt ging es nicht so sehr um die Qualität als solche, sondern mehr um die Garantie die die Dienstleister für die Qualität geben.
  • Versteckte Kosten: Dieser Punkt war ein wesentlicher – sicherlich sehen Cloud Angebote sehr attraktiv aus, aber Themen wie Migration, Integration, zusätzliche Sicherheit und Premium Dienstleistungen lassen Vorteile schnell schwinden.

Zum Schluss haben die Teilnehmer noch einen kleinen Empfehlungskatalog zusammengestellt, um den Gang in die Cloud zu erleichtern:

  • Assessment: Einigen Teilnehmern hat ein Security-Assessment geholfen, die Risiken in der Cloud einzuschätzen.
  • Pilotieren: Pilotprojekt helfen zu erkennen, wie Risiken in der Cloud gemanaged werden müssen und welche internen Prozesse angepasst werden müssen damit Cloud Dienstleistungen erfolgreich eingekauft werden können.
  • Verhandeln: Nicht alle Cloud Anbieter forcieren ihren Standardvertrag und oft ist es möglich gewisse Risiken auf den Dienstleister zu verlagern.

Unternehmen sammeln mehr und mehr Erfahrung in der Cloud und lernen die Risiken zu erkennen und zu managen. Diese Erfahrung lehrt dass Vorsicht und Sorgfalt zwei wichtige Prinzipien im Umgang mit der Cloud sind.


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